Dresden-West / Friedrichstadt

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Das Gebiet Dresden-West/Friedrichstadt umfasst den westlichen Kernbereich der gründerzeitlichen Erweiterung der Dresdner Innenstadt. Dieser Stadtbereich wird heute als uneinheitlicher Raum mit großen städtebaulichen Beeinträchtigungen wahrgenommen. Diese Situation ist einer Vielzahl von Einzelentwicklungen geschuldet, die in der Summe zum heutigen überwiegend negativen Erscheinungsbild beitragen:
  • die Umverlegung der Weißeritz nach 1890 und in der Folge die Zerschneidung der Ortsteile Löbtau und Friedrichstadt,
  • umfangreiche Zerstörungen in der Wilsdruffer Vorstadt im 2. Weltkrieg,
  • die flächenhafte Beräumung der Innenstadt bis 1952,
  • erheblicher Verlust von Altbausubstanz in der Friedrichstadt bis 1990,
  • der Bau der Nossener Brücke und damit einhergehende umfassende Gebäudeabrisse im Bereich der ehemaligen Hohenzollernstraße (heute Oederaner Straße),
  • der generelle Mangel an Kapazitäten der Stadterneuerung zu DDR_Zeiten und
  • die Überflutung des Gebiets im Jahr 2002 und daraus resultierende Schäden.
Eine Besonderheit dieses Stadtgebietes liegt in den historisch bedingt weitläufigen gewerblich geprägten Arealen, die infolge der Festlegung von Fabrikbezirken ab 1880 entstanden. Diese gewerblichen und industriellen Flächen prägen das Gebiet bis heute. Zudem sind die einzelnen Teilgebiete durch schwer überwindbare Verkehrsschneisen isoliert. Defizite stellen die zahlreichen Brachflächen, fehlenden Freiflächen und fehlende soziokulturelle Angebote (v. a. in der Friedrichstadt und in den gründerzeitlichen Wohngebieten des Gebiets) dar. In der Wilsdruffer Vorstadt prägen nach wie vor ungeordnete Areale das Stadtbild. Die Qualität des Wohnumfeldes wird dadurch erheblich beeinträchtigt. Auch fehlen Spielplätze für alle Altersgruppen und Stadträume mit hoher Aufenthaltsqualität. Die Bevölkerungsentwicklung verlief uneinheitlich, der Wohnungsleerstand ist im Programmgebiet überdurchschnittlich hoch.
Entwicklungsansätze für das Gebiet liegen in seiner Nähe zur Innenstadt, in der guten Verkehrsanbindung (sowohl Individualverkehr als auch ÖPNV) und im hohen Anteil an historischen, überwiegend gründerzeitlichen Wohn- und Industriegebäuden, die Potenziale für gewerbliche oder kulturelle Nutzungen bergen. Auch der entlang der Weißeritz bereits teilweise realisierte Grünzug wird im Zuge seiner Vollendung wesentliche Verbesserungen im Stadtbild und für das Wohnumfeld bringen. Für die langfristige Gebietsentwicklung ist zudem das im Gebiet vorhandene bürgerschaftliche Engagement von großer Bedeutung.

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